Wenn es einen Blick gibt, der Cocker-Besitzern direkt ins Herz trifft, dann sind es diese großen, dunklen, ein kleines bisschen wehmütigen Augen, die einen beim Abendessen anschauen — "nein, wirklich, ich hatte heute noch gar kein Futter." Das ist einer der Gründe, warum man sich überhaupt in diese Rasse verliebt. Aber genau diese wunderschönen Augen sind auch der Grund, warum du als Cocker-Besitzer etwas häufiger mit Rötungen, Tränen oder kleineren Reizungen zu tun hast als beispielsweise der Besitzer eines Deutschen Schäferhunds. Zeit, das genauer unter die Lupe zu nehmen — und herauszufinden, was du dagegen tun kannst, ohne gleich bei der ersten rötlichen Stelle in Panik zu geraten.
Große Augen, große Empfindlichkeit
Fangen wir bei der Form des Auges selbst an, denn das erklärt schon einen großen Teil der Geschichte. Cocker gehören zu den Rassen mit im Verhältnis zur Schädelgröße relativ großen, etwas hervorstehenden Augen. Das verleiht ihnen diesen ausdrucksstarken, unverwechselbaren Blick — bedeutet aber auch, dass die Augenoberfläche schlicht stärker der Außenwelt ausgesetzt ist: Staub, Pollen, Wind, Gras, und ja, auch den eigenen Ohren.
Und damit kommen wir zum zweiten Puzzleteil: Die langen, hängenden Ohren, für die Cocker so bekannt sind, fallen oft direkt über oder gegen das Gesicht und halten dadurch Feuchtigkeit und Schmutz näher an den Augen fest, als es bei einer Rasse mit aufrechten Ohren der Fall wäre. Das Ganze ist ein bisschen wie ein Dominoeffekt: hängende Ohren → mehr Schmutz im Gesichtsbereich → schnellere Augenreizung. Niemand hat sich das absichtlich so ausgedacht — es gehört einfach zum Gesamtpaket, das mit dem Rassestandard mitkommt.
Der Übeltäter, mit dem niemand rechnet: Tränenspuren
Ein Phänomen, das viele Cocker-Besitzer kennen, aber nicht immer benennen können: diese dunklen, leicht feuchten Streifen unter den Augen, oft in einem rostbraunen Farbton. Das sind Tränenspuren, und sie entstehen, wenn strukturell mehr Tränenflüssigkeit produziert wird, als der Tränenkanal abtransportieren kann — oder wenn dieser kleine Kanal selbst etwas weniger effizient arbeitet als bei einer langschnäuzigen Rasse. Bei Cockern, mit ihrer etwas kürzeren, breiteren Schädelform im Vergleich zu beispielsweise einem Collie, ist dieses Abflusssystem einfach weniger "gerade" und daher etwas anfälliger für einen Rückstau.
Hier ein lustiges (und leicht bizarres) Detail: Diese rostbraune Farbe kommt gar nicht von Schmutz — sie stammt von einer Substanz namens Porphyrin, einem Abbauprodukt, das über Tränen, Speichel und Urin den Körper verlässt und sich bei Hunden (anders als beim Menschen) verfärbt, sobald es mit Luft in Kontakt kommt. Dein Hund läuft also im Grunde mit einem winzigen bisschen "Rost" unter den Augen herum, was für sich genommen völlig harmlos ist — auch wenn es ein Zeichen dafür ist, dass mehr Tränenflüssigkeit abfließt als idealerweise nötig wäre.
Wenn Rötung einfach nur... eine Reizung ist
Der häufigste Grund für rote Augen bei Cockern ist eigentlich erfrischend banal: schlichte Umweltreizung. Staub, Pollen, Gras, eine Autofahrt mit leicht geöffnetem Fenster, oder einfach ein Tag im Garten — die Augenoberfläche eines Cockers reagiert darauf schlicht etwas empfindlicher als bei Rassen mit kleineren, besser geschützten Augen. Vergleichbar mit Menschen, die von Natur aus empfindliche Augen haben, im Gegensatz zu denen, die durch alles hindurchgehen können, ohne je zu blinzeln — es ist einfach individuelle (oder in diesem Fall rassebedingte) Variation.
Diese Art von Rötung ist meist von kurzer Dauer: an einem Tag etwas röter, am nächsten schon wieder klar — besonders, wenn du Staub oder Schmutz sanft wegwischst, statt ihn eintrocknen und weiter reizen zu lassen.
Und wenn es etwas Strukturelleres ist
Neben der alltäglichen, harmlosen Reizung gibt es auch ein paar hartnäckigere Ursachen, die bei Cockern etwas häufiger auftreten als im Durchschnitt:
- Milde, wiederkehrende Bindehautentzündung (Konjunktivitis) — oft eine Folge genau jener Kombination aus exponierten Augen und feuchten, verschmutzten Augenwinkeln, die nicht regelmäßig gereinigt werden.
- Allergische Reaktionen — Cocker gelten als Rasse, die empfindlich auf Umweltallergene reagieren kann (Pollen, Staub, manchmal auch bestimmte Futtermittel), wobei die Augen oft als Erstes sichtbar reagieren.
- Entropium oder Ektropium — zwei Lidfehlstellungen (ein nach innen bzw. nach außen gerolltes Augenlid), die bei bestimmten Cocker-Linien etwas häufiger vorkommen und chronische Reizungen verursachen können, da Wimpern oder das Lid selbst an der Hornhaut reiben. Das gehört wirklich in die Hände eines Tierarztes — kein Do-it-yourself-Projekt.
Der überwiegende Teil der Fälle, denen du als Besitzer begegnest, fällt zum Glück in die milderen Kategorien — aber es ist gut zu wissen, wann du selbst reinigen kannst und wann ein Anruf beim Tierarzt die bessere Wahl ist.
Ein lustiges (und nützliches) Detail, das man sich merken sollte
Hier ein Detail, über das die meisten Menschen nie nachdenken: Hunde besitzen, genau wie wir, ein drittes Augenlid — die "Nickhaut" —, das sich im inneren Augenwinkel befindet und normalerweise kaum sichtbar ist. Bei Reizung oder Müdigkeit kann sich diese Haut manchmal halb über das Auge schieben, was auf den ersten Blick ziemlich beunruhigend aussieht (ein bisschen, als würde dein Hund "halb im Schlaf" durch einen gräulichen Schleier blicken). Bei einem gesunden Hund zieht sich das von selbst wieder zurück, sobald die Reizung abklingt — bleibt es aber sichtbar, ist das ein guter Anlass, es sich genauer ansehen zu lassen.
Was du selbst tun kannst (und was besser dem Tierarzt überlassen bleibt)
Für die alltäglichen, gewöhnlichen Fälle von leichter Rötung, Tränen oder den bekannten braunen Streifen reicht oft schon eine einfache Pflegeroutine:
Täglich reinigen, nicht erst, wenn es schon schlimm ist. Ein sanftes Abwischen mit einem vorgetränkten Reinigungstuch rund um (nicht in) das Auge verhindert, dass Schmutz und eingetrocknete Tränenreste überhaupt erst die Chance bekommen zu reizen. Speziell entwickelte Augenreinigungstücher für Hunde sind dafür etwas angenehmer als ein gewöhnliches feuchtes Tuch von zu Hause: Sie sind vorgetränkt, oft mit Aloe Vera, und passend zugeschnitten, um problemlos rund um die großen, empfindlichen Cocker-Augen zu arbeiten.
Bei sichtbarer Rötung, Tränen oder leichter Reizung kann ein mildes Augenpräparat mit beruhigender Formel genau die zusätzliche Unterstützung bieten, die ein einfaches Tuch nicht leisten kann. TraumaPet Augentropfen sind hierfür ein gutes Beispiel: formuliert mit kolloidalem Silber, bekannt für seine beruhigenden und leicht antibakteriellen Eigenschaften, und mild genug für den täglichen oder vorbeugenden Gebrauch ebenso wie für ein akut gereiztes Auge.
Baue es als festen Bestandteil in die Pflegeroutine ein, statt es erst zu nutzen, wenn schon etwas nicht stimmt. Genau wie bei der Zahnpflege ist Vorbeugen bei Cockern wirklich einfacher als Behandeln — ein paar Mal pro Woche reinigen und gelegentlich ein Tropfen verhindern oft, dass es überhaupt erst zu einem richtig entzündeten Auge kommt.
Und das rote Signal, das man sich merken sollte: anhaltende Rötung, die sich nach ein paar Tagen konsequenter Reinigung nicht bessert, ein halb geschlossenes Auge, übermäßiges Blinzeln oder eine dauerhaft sichtbare Nickhaut — das sind alles Anzeichen, bei denen ein Tierarzt draufschauen sollte, statt selbst weiter zu experimentieren.
Kurz gesagt
Diese großen, ausdrucksstarken Augen, für die dein Cocker bekannt ist, sind genau der Grund, warum sie etwas mehr Aufmerksamkeit brauchen als die Augen vieler anderer Rassen. Kein Grund zur Sorge — nur ein Anlass, daraus eine kleine, wiederkehrende Gewohnheit zu machen, statt es erst zu bemerken, wenn es schon etwas weiter fortgeschritten ist. Ein einfaches Tuch, gelegentlich ein Tropfen, und ein bisschen Aufmerksamkeit für diese charakteristischen Hängeohren, die Schmutz näher festhalten, als einem lieb ist: Mehr braucht es meist nicht, um diesen Blick klar, frisch und genau so herzerweichend zu halten, wie er sein soll.